Alsumer Berg

Ein beliebtes Ausflugsziel

Direkt neben der Kläranlage Alte Emscher in Duisburg liegt der ca. 70 Meter hohe Alsumer Berg, landläufig auch Beecker Halde genannt. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel und bietet einen wunderschönen Blick auf den Rhein und die Schifffahrt sowie auf das gewaltige Werksgelände des Stahlwerks ThyssenKrupp-Bruckhausen. Der Berg erinnert an die kleine Bauernschaft Alsum, die hier einst mal stand. Auch war dies vor 1910 der Mündungsbereich der Emscher.

Die Geschichte von Alsum

1139 wurde Alsum (Urlouchem) erstmals urkundlich erwähnt, obwohl man dort ein Gräberfeld entdeckte, das man in das Jahr 640 n. Chr. datieren konnte. Bereits 1891 wurde das erste Stahlwerk Thyssens in Bruckhausen in Betrieb genommen. Alsum hatte zu der Zeit einen kleinen Rheinhafen an der Emschermündung, eine Bahntrasse der Thyssenfabrik führte bis zu diesem Hafen. Im Dorf mit rund 500 Einwohnern gab es eine Straßenbrücke über die Emscher, die nach Süden nach Beekerswerth führte.

Die durch den Bergbau verursachten Bodensenkungen und die damit verbundenen häufigen Überschwemmungen machten bereits 1910 eine Verlegung der Emscher weiter nördlich nach Walsum notwendig. Der frühere Flusslauf blieb als „Alte Emscher“ erhalten und wurde weiter für Abwässer genutzt. Aufgrund der Schäden durch das extreme Hochwasser von 1926 wurde der Hafen Alsum stillgelegt und das Hafenbecken zugeschüttet.

Das Stahlwerk expandierte immer mehr, und 1939 besaß Alsum bereits 3262 Einwohner. Nach dem 2. Weltkrieg waren in Alsum von den 252 Wohngebäuden über 60% beschädigt oder zerstört. In den folgenden Jahren sackte der Boden bedingt durch den Bergbau immer weiter ab, von 1950-1952 um 72 cm und 1953 um 40 cm. Immer mehr Einwohner verließen den Stadtteil. 1964 wohnten noch 23 Familien dort, 1965 verließ die letzte Familie Alsum. 

Ein Landschaftsschutzgebiet entstand

Die Fläche wurde nach und nach mit Bauschutt zugeschüttet, der Alsumer Berg entstand. Damit unterscheidet sich dieser künstliche Berg von den übrigen Halden im Ruhrgebiet, die alle durch den Abraum angehäuft wurden, der in den Zechen beim Abbau der Kohle entstand. 

Heute ist die Halde als Grünfläche umgestaltet und gilt als Landschaftsschutzgebiet. Auf der Höhe erinnert ein Gedenkkreuz an die ehemalige Siedlung. Auch der alte Matenatunnel, der quer unter dem Stahlwerk verläuft und damals Bruckhausen mit Alsum verbunden hat, erinnert an das kleine Dörfchen. Der Tunnel war früher eine beliebte Filmkulisse, auch Horst Schimanski verbrachte hier so manchen Drehtag. Heute ist der Tunnel geschlossen.

Nach oben scrollen