Botanischer Garten
an der Ruhr-Universität Bochum

  • Teaser 1
  • © Stadt Bochum, Presse- und Informationsamt, Lutz Leitmann

Schönheit in der Ruhr-Universität

An der Architektur der Ruhr-Uni scheiden sich die Geister: Die einen empfinden die Art, in der sie aus Betonklötzen zusammengeschachtelt wurde, als Zeugnis architektonischer Gleichgültigkeit und Menschenverachtung. Die anderen sehen im Erreichen dieses Ausmaßes an Tristesse unirdische Kräfte am Werk. 

Den Glauben an das Gute im menschlichen Tun gewinnt zurück, wer Audimax und Mensa hinter sich gelassen hat. Andächtig schweigen die Schwatzhaften, wenn ihr Geist zur Ruhe kommt beim Blick auf das Grün des Botanischen Gartens und auf den funkelnden Spiegel des Kemnader Sees dahinter. Laut preisen die Schweigsamen diesen Hort der Schönheit, der auf 13 Hektar unter freiem Himmel und in vier öffentlich zugänglichen Gewächshäusern vom Kaktus bis zur Seerose, von der Alge bis zur Eiche alle Pracht der pflanzlichen Schöpfung zeigt. Jedem finsteren Yin ist also doch immer auch ein besonntes Yang eng verbunden. 

Apropos: Der Chinesische Garten der Anlage gilt europaweit als einzigartig. Als Zeichen der Freundschaft stiftete die Tongji-Universität Shanghai dieses herrliche Beispiel der Gartenbaukunst. Chinesische Architekten und Handwerker schufen 1986 aus originalen Bauteilen und aus 600 Tonnen Gestein dieses Reich der Mitte im Kleinen am hinteren Rand des Botanischen Gartens. Was hier durch die Lüfte fliegt, könnten Elfen sein. Im Tropenhaus sind es bloß Tukane und andere exotische Vögel.

 

Text: Thomas Sell 

Nach oben scrollen