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Über Nacht in der Zeche – Hotel Alte Lohnhalle

Der Umgangston ist heute ein anderer, auch hat man renoviert und zeitgemäß eingerichtet – ansonsten hat sich aber erfreulich wenig geändert an der Alten Lohnhalle der Zeche Bonifacius.

Wo sich heute der Hotelgast in einer riesigen Lobby willkommen fühlt, warteten früher die Bergleute auf ihre Lohntüte. Die stand ihnen wohl zu, aber willkommen fühlen sollten die sich nicht. Direktor Emil Kirdorf, der die Tagesanlagen der Zeche kurz nach der vorletzten Jahrhundertwende neu bauen ließ, war ein strammer Rechter und Feind jeder Arbeiterbewegung. Entsprechend ließ er die Lohnhalle gestalten: Direktions- und Verwaltungsbüros, in denen heute die 17 Zimmer des Hotels sind, hoch über den Köpfen der Kumpel. Die Schalter, an denen ausgezahlt wurde, weit unter den Köpfen der Kumpel, die sich wie zum Dank verbeugen mussten. Die Fassade neugotisch, also mit Elementen, die man von Kathedralen und von Burgen kennt. Damals eine Demonstration von Macht, heute eher pittoresk.

Zum Hotel umgebaut hat Anna Kruljac die Alte Lohnhalle 2004, und damit leistete sie Pionierarbeit: Es war das erste Hotel in einer Zechenanlage. Die übrigen Anlagen samt Förderturm, Maschinenhalle und Fördermaschinen sind ähnlich gut erhalten, man kann sie sich bei Führungen zeigen lassen. Oder sie sich einfach anschauen, wenn man Wein kauft oder Blumen, ein Auto oder auch ein Brot im Discounter. Das alte Zechengelände wird nämlich sehr vielfältig genutzt.

Informationen: Rotthauser Str. 40, 45309 Essen, Telefon: 0201/38 45 70, www.alte-lohnhalle.de