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Geschichten bis zum Gipfel – Das kleine Museum

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Dass man in Gelsenkirchen jemandem erklären muss, was eine Halde ist – das gibt’s auch noch nicht lange. Nicht, dass die Gelsenkirchener das plötzlich vergessen hätten – wie könnten sie! Im Jahr 2000 fuhr erst die letzte Schicht auf Bergwerk Hugo ein. Aber auch wenn es nicht gelungen ist, Hugo als Besucherwerk zu erhalten, so gibt es doch eine ganze Reihe von Menschen, die die Erinnerungen an die 125-jährige Bergbautradition auf unterschiedliche Art bewahren.

Da gibt es das „Kleine Museum“, in dem diverse Andenken versammelt sind: Fotos, Werkzeuge, Lampen, Bücher, ein versteinerter Baumstamm, Möbel aus dem alten Betriebsführerzimmer. Zu jedem der Ausstellungsstücke hat Museumschef und Ex-Bergmann Klaus Herzmanatus mitsamt Team eine Geschichte zu erzählen. So liegt das Kleine Museum in der Siedlung Schüngelberg, die unter Denkmalschutz steht. Ab 1897 wurde sie nach und nach gebaut, man kann hier also die unterschiedlichsten Arten und Konzepte von Arbeitersiedlungen sehen.

Durch die Siedlung führt die Straße „Zum Rungenberg“. Sie endet am Fuß der Rungenberghalde – wo der Aufstieg zu dem markanten Doppelgipfel mit den beiden Scheinwerfern beginnt. Die Leute vom Kleinen Museum bieten geführte Wanderungen an. Mit Bergmannsschnaps auf dem Gipfel, mit einer Prise, mit Geschichten. Und wer von auswärts kommt – das gibt’s in letzter Zeit immer öfter – dem erklärt man auch, was das eigentlich ist: eine Halde.

Informationen:

Das Kleine Museum
Eschweiler Str. 11 und 47
45897 Gelsenkirchen
Tel.: 0172/27 73 431 und 0209/59 46 59
www.zeche-hugo.com

Jeden Dienstag geöffnet von 10 Uhr bis 18 Uhr