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Schön wie Genua – Restaurant Mimi e Rosa

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Revier-Minis: Klein, aber fein. Zwei Schritte - und man steht an der Theke; sechs mehr und das Lokal ist fast schon wieder zu Ende. Wer sagt eigentlich, dass tolle Restaurants immer riesengroß sein müssen?

Dell-/Ecke Düsseldorfer Straße. Der Eingang zu Duisburgs Szene-Viertel. An der Ecke ein Büdchen. Direkt daneben, Hausnummer 36, ein hochgeschobenes Fenster. Und dahinter: vielleicht Duisburgs ungewöhnlichster Italiener. Vielleicht sogar der kleinste der Stadt. „Mimi e Rosa“ bietet Platz für etwas mehr als 20 Gäste gleichzeitig. Pi mal Daumen. Und wenn alle zusammenrücken. Freitags können es auch schon mal ein paar mehr werden – die stehen und sitzen dann auch draußen. Und manchmal müssen auch einige wieder gehen. „Wenn das Limit erreicht ist, muss ich die Leute wegschicken, so leid es mir tut“, sagt Felix Rahne, Inhaber, Küchenchef und – Architekt.

Nicht immer schon bot das „Mimi e Rosa“ seinen Gästen derart „viel“ Platz. Lange Zeit spielte sich alles in einem Raum hat. Sitzgelegenheiten für zwei, drei an der Theke mit Blick auf die kleine Küchenzeile. Weitere sechs Gäste hockten sich an die beiden Tischchen. Das war’s. Keine Toilette. Kein Spielraum. Aber auch damals schon das geöffnete Fenster zur Straße. Um der Kommunikation willen. Denn die ist für Rahne mit das Schönste am Kochen: „Die Leute kommen hier miteinander ins Gespräch, rücken zusammen, setzen sich zu Fremden an den Tisch, weil es einfach nicht anders geht. Oder auf die Fensterbank außen.“ Das neue, leicht größere Raum-Konzept, das möglich wurde, weil ein direkter Nachbar auszog, ändere daran nichts. Im Gegenteil: „Wir haben als Espressobar angefangen, reichten Panini und Tramezzini. Jetzt sind wir eine Art kleines Bistro-Restaurant, in dem die Leute zusammenkommen.“ Die Spezialität des Hauses: ligurische und piemontesische Spezialitäten. „Meine Frau Eva stammt aus Genua – und wir haben das dortige Essen, haben eine gute Trattoria hier einfach vermisst.“

Ein bis zwei Vorspeisen, drei bis vier Pasta-Variationen, ein Fleisch oder Fischgericht, „freitags schon mal ein bisschen mehr“, stehen regelmäßig auf der Karte. „Vor allem viel Fisch, weil ich den selbst gern mag. Außerdem viel Gemüse.“ Regelmäßige Highlights: ligurische Fischsuppe und Pesto aus grünen Bohnen und Kartoffeln, ganz wie in Genua. Eben eine sehr einfache, doch sehr gute italienische Küche mit hochwertigen Zutaten. Der Knackpunkt: die Öffnungszeiten. Lediglich dienstags  bis donnerstags zur Mittagszeit und Freitagsabends hat das „Mimi e Rosa“ geöffnet. Ein „Konstrukt“, sagt Rahne, das es ihm möglich mache, Familie, Kochleidenschaft und seine eigentliche Arbeit, die als Architekt, unter einen Hut zu bringen. Denn seinen Hauptberuf hat er keinesfalls an den Nagel gehängt – das Kochen jedoch stets bewusst in sein Leben eingebunden. Auch räumlich: Nur durch eine Schiebetür ist das kleine Restaurant heute von seinem Büro getrennt – dem weggezogenen Nachbarn sei Dank. Und es war zudem Platz für eine zweite, etwas größere Küche, schließlich bedürfen derart kurze Öffnungszeiten einer perfekten Vorbereitung. Und Rahne weiß, wie es geht.  „Schon zu meiner Studienzeit in Hamburg habe ich in einem Restaurant gekocht.“ Damals, vor gut und gerne zwei Jahrzehnten, „haben wir oft Kochaktionen und Kunst miteinander verbunden. Ich mag es, dass das Kochen ein so viel schnelleres, direkteres Medium ist als die Architektur.“ Die Studiensemester in Genua brachten schließlich Rahne und seine Frau Eva zusammen - und den Deutschen so richtig auf den italienischen Geschmack. 

Werbung für sein Lokal, das nach Rahnes beiden Töchtern benannt ist, hat der Koch aus Leidenschaft nie gemacht. Und dennoch hat er mittlerweile eine feste Stammkundschaft: Mitarbeiter des nahen Lehmbruck Museums, „vom Direktor bis zum Angestellten“, Mitarbeiter der Stadt und Anwälte aus der Gegend ebenso wie Studenten. „Wir haben hier einen tollen Mix aus jungen und älteren Gästen, quer durch alle Klassen.  So etwas gibt es ansonsten in Duisburg nicht.“ Allenfalls direkt in Genua. 

Info
Mimi e Rosa
Dellstraße 36
47051 Duisburg
Tel. 0203 / 39 38 326
www.facebook.com/mimierosa