Flüsterbrücke -
Einladung zu Gesprächen über den Fluss

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  • Die Flüsterbrücke am Phoenixsee

    Die Flüsterbrücke besteht aus zwei Stahlschalen, die sich am Ufer der Emscher gegenüber stehen und per Schallübertragung ein Gespräch über den Fluss hinweg ermöglichen.

    Foto: M. Zerres, Emscherkind
  • Renaturierte Emscher in Dortmund am Phoenix See

    Die renaturierte Emscher fließt zwischen der Flüsterbrücke hindurch.

    Foto: M. Zerres, Emscherkind
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Während die Ufer der Emscher einst die Menschen voneinander trennten, schafft der ökologische Umbau des Flusses heute neue Anknüpfungspunkte für Begegnungen zwischen den Menschen rechts und links des Gewässers. Diese Entwicklung griff der Künstler Jan Bormann auf und setzte das Prinzip der flüsternden Kommunikation symbolisch um. Die Emscher Flüsterbrücke besteht aus zwei Stahlschalen, die sich am Ufer der Emscher gegenüber stehen und per Schallübertragung ein Gespräch über den Fluss hinweg ermöglichen.

Wer heute am Phoenix See – vom Landschaftsbauwerk aus – am nördlichen Ufer der neuen Emscher den Blick schweifen lässt, wird zunächst die Weite des Sees und die neue Bebauung wahrnehmen. Beinahe könnten die Windungen des neuen Wasserlaufes an diesem Ort übersehen werden, stünden sich da nicht an ihren Ufern zwei gewaltige, orangefarbene Stahlschalen gegenüber – drei Meter im Durchmesser, senkrecht in einer Distanz von 59 Metern aufgestellt.

Obwohl sie augenscheinlich schwer sein müssen (tatsächlich jeweils 3,3 Tonnen), stehen die Schalen wie von leichter Hand ausbalanciert auf ihrem Rand. Der Bildhauer aus Castrop-Rauxel benutzte für diese am 21. Mai 2011 eingeweihte Installation zwei Stahlböden für Druckkessel. Sie stammen aus der letzten Pressung der Firma Afflerbach, eines der letzten warm umformenden Unternehmen in Dortmund, das im April 2010 seine nahe gelegene Produktion einstellte.

Die so entstandene Flüsterbrücke ist heute Wegmarke und Zeugnis der industriellen Vergangenheit des Ortes. Der Clou aber ist ihre namensgebende Funktion: Flüstert man in eine der Schalen hinein, wird der Schall in die gegenüberliegende geworfen, so dass man dort wiederum gehört werden, und seinem Gegenüber antworten kann – Kommunikation über Grenzen hinweg, Verständigung, die auch bei leisen Tönen funktioniert. Die Flüsterbrücke steht damit für eine Kultur des Dialoges, wie sie die Emschergenossenschaft seit vielen Jahren betreibt.

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