Schaustellermuseum -
Essen

  • Teaser 1
  • Foto: Schaustellermuseum

„Junger Mann zum Mitreisen gesucht.“ Keine Kontaktanzeige, sondern ein Schild, angebracht vor einem Schwein. Kein richtiges Schwein, sondern eins aus Holz. Zum Draufsetzen. Daneben steht Erich Knocke, mittlerweile über 80 Jahre alt und Leiter einer einzigartigen Sammlung von Markt- und Schaustellergeräten. „Diese ganzen Karusselltiere, die waren alle kaputt. Beine, Ohren, Köppe, das ist alles restauriert worden."

Knocke stammt aus einer Schaustellerfamilie, der Vater war Hypnotiseur. „Hat keinem was gebracht. Sind alle nicht reich gestorben." Er selbst war mit Schaukeln und Karussellen unterwegs. Von seinen Reisen brachte er viele Exponate selbst mit. Holztiere drängen sich in der Maschinenhalle, der Geruch von Öl liegt in der Luft. Zwischen Bildern von Jahrmärkten aus den 1930er-Jahren, zwischen Glücksrädern, Kinoprojektoren und einem mit Benzin betriebenen Gokart von 1936 stehen immer wieder Orgeln. Drehorgeln, Jahrmarktorgeln, Tanzorgeln, zum Teil aus dem 19. Jahrhundert, liebevoll verziert und bemalt. Mittendrin thront eine dreimal drei Meter große Tanzorgel im Bauhausstil.

Das Museum hat keine Öffnungszeiten, doch man kann sich anmelden und wird dann durch die Sammlung geführt. Immer nur in kleinen Gruppen, denn die 1500 Quadratmeter große Halle ist mittlerweile fast schon wieder zu eng. Für neue Exponate findet sich dennoch immer ein Plätzchen, sagt Knocke: „Wenn die Breite nicht mehr geht, müssen wir halt in die Höhe.“

Anmeldung: Tel.: 0172 - 267 89 69 (Herr Knocke) oder 0179 - 209 30 54 (Frau Aust)

Text Torsten Wellmann

 

Nach oben scrollen