Theater der Pflanzen -
Kläranlage als Gesamtkunstwerk

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  • Theater der Pflanzen im BernePark - Emscherkunst

    "Theater der Pflanzen" von Piet Oudolf und Gross.Max, BernePark Bottrop.

    Foto: Roman Mensing/Emscherkunst
  • BernePark Emscherkunst

    Die ehemalige Kläranlage im Dämmerlicht.

    Foto: Illias Abwai, Emscherkunst
  • Theater der Pflanzen im BernePark - Emscherkunst

    Eines der Klärbecken wurde mit Erde gefüllt und bepflanzt.

    Foto: M. Zerres, Emscherkind
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Der BernePark wurde der Öffentlichkeit und insbesondere den Menschen in Bottrop-Ebel im Oktober 2010 als Bürgerpark übergeben. Anlässlich der Emscherkunst-Ausstellung im Kulturhauptstadtjahr 2010 wurde die Industriekulisse der ehemaligen Kläranlage Bernemündung zum Schauplatz für eine Inszenierung aus Gartenkunst und Licht.

Die landschaftsarchitektonische und gärtnerische Projektentwicklung des niederländischen Künstlers Piet Oudolf und des schottischen Landschaftsarchitekten Gross.Max beziehen sich auf die beiden Klärbecken, die einer neuen Nutzung zugeführt wurden. Das eine Klärbecken blieb als Wasserbecken erhalten, wobei eine im Zentrum angelegte kreisrunde Holzplattform, die über eine Stegbrücke zu erreichen ist, zum Sonnen und Entspannen einlädt.

Das gegenüber liegende Klärbecken wurde hingegen mit Erde verfüllt, sodass auf einer leicht abgesenkten Ebene eine begehbare und benutzbare Parkanlage entstehen konnte. Hier wurden über 21.000 Pflanzen, Stauden und Blumen zu einem natürlichen Gemälde geordnet, dem „Theater der Pflanzen“. Entstanden ist ein meditativer Ort, den man vom Frühling bis zum Herbst gerne besucht.

Dialog von Licht und Sprache

Bei den Kunstprojekten „Lichtinstallation der Klärbecken & catch as catch can“ handelt es sich um eine zweiteilige Installation der Künstler Mischa Kuball und Lawrence Weiner, die sich anlässlich der Emscherkunst-Ausstellung 2010 zu einer ungewöhnlichen Kooperation entschlossen haben.

In seinem Beitrag konzentriert sich der Lichtkünstler Kuball auf die Außenränder der Becken, die er mit je einem Lichtring aus LED-Bändern betont, die nicht nur die Becken selbst, sondern die gesamte Anlage nach Einbruch der Dunkelheit akzentuieren. 

Auf dem Dach des ehemaligen Betriebsgebäudes hat der Konzeptkünstler Lawrence Weiner den Schriftzug „Catch as catch can“ anbringen lassen, zu deutsch „Nimms´ wie´s kommt“. Der Schriftzug ist seiner Erscheinung nach an die Produktwerbung der 1950er und 1960er Jahre angelehnt. Er erinnert so an die Entstehungszeit des Pavillons und versteht sich als ironisch-provokative Aufforderung an die Besucher.

Das Zusammenspiel der beiden Installationen ist ein Dialog von Licht und Sprache: Während der Schriftzug von Lawrence Weiner nur am Tage sichtbar ist, kann die Lichtinstallation von Mischa Kuball erst in der Dunkelheit erlebt werden. Übertragen auf die europäische Kulturgeschichte stehen das Licht und das Wort für den Grundgedanken der Beschreibbarkeit und Lesbarkeit der Welt – und markieren somit grundsätzliche Aspekte menschlicher Kommunikation.

Das Theater der Pflanzen ist, genauso wie die beschriebenen Installationen, dauerhaft während der Öffnungszeiten des BerneParks zugänglich bzw. zu besichtigen.

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