Zeche Radbod

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    Foto: Werner J. Hannappel
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    Fördermaschine

    Foto: Werner J. Hannappel
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Raritäten im Ruhrgebiet

Die Zeche Radbod, deren etwas ungewöhnlicher Name vermutlich vom friesischen Fürsten Radbod (679 - 719) abstammt, gibt noch heute ein eindrucksvolles Bild ab. Auf einer ansonsten fast leeren Fläche stehen drei Fördergerüste nebeneinander. Gegenüber befinden sich noch immer die Fördermaschinenhäuser, zwei wahre Raritäten im Ruhrgebiet, die in den Jahren 1905/06 im Stil des Historismus erbaut wurden. Rundbogenfriese, Lisenen sowie der Wechsel von Backstein- und Putzfeldern gliedern die Fassaden. Im Innern befinden sich die dampfbetriebenen Zwillings-Tandem-Fördermaschinen von 1907 und 1908 – zwei Exemplare, die sonst nur noch selten in Nordrhein-Westfalen erhalten sind. 

Schweres Grubenunglück

Nur zwei Jahre nach Inbetriebnahme der Zeche, ereignete sich hier 1908 eines der schwersten Grubenunglücke im Deutschen Bergbau. Eine Schlagwetterexplosion mit anschließendem Grubenbrand forderte 349 Tote. Es dauerte ein Jahr bis der Betrieb wieder aufgenommen werden konnte. Trotz verschärfter Sicherheitsvorkehrungen, wie die Einführung von elektrischen Grubenlampen, ereigneten sich auf Radbod auch in den Folgejahren immer wieder Brände und Explosionen. Heute erinnert die Gedenkstätte Radbod auf dem Ehrenfriedhof Bochum-Hövel an das Unglück. 

Kultur zieht ein 

Anfang 1990 wurde die Förderung eingestellt und die Tagesanlage größtenteils abgerissen. Seit der Schließung der Zeche entsteht auf dem Gelände ein Gewerbe- und Industriegebiet mit kulturellem Flair – das sogenannte Kulturrevier Radbod. Das Gewerbegebiet Radbod ist frei zugänglich. Der Zugang zu den Denkmälern ist nur in Absprache mit der Industriedenkmalstiftung möglich. Ein Ausflug kann zum Beispiel mit einem Abstecher zum Radbodsee, der wegen Bergsenkungen entstanden ist, sowie einem Spaziergang auf die etwa 25 Hektar große Halde Radbod kombiniert werden. 

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