Zechensiedlung Hervest -
individuelle Häuser im Gartenstil

Die Zechensiedlung Hervest in Dorsten zählte Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihrer abwechslungsreichen Gestaltung sowie den großzügigen Gärten und Ställen zu einer der schönsten Zechensiedlungen im Ruhrgebiet. Bei einem Spaziergang bekommt man heute noch einen Einblick wie die Bergleute mit ihren Familien in den 20er Jahren im Schatten des Bergbaus gelebt haben. 

Entstehungsgeschichte

Nach der Gründung der Zeche Fürst Leopold im Jahre 1910 fehlten nicht nur genügend Wohnungen, sondern auch ausreichend viele Arbeitskräfte. Mit dem Bau einer schönen Wohnsiedlung sollten neue Bergleute angelockt und zum Bleiben animiert werden. Der ausgeschriebene Wettbewerb zum Bau der Siedlung war eine Besonderheit und wurde vom bekannten Architekten Eggeling gewonnen. Bis 1920 entstanden 720 Wohnungen in meist 1 ½ geschossigen Häusern, die für große Familien mit vier und mehr Kindern Platz boten. Die Gartenanlagen und Stallungen machten zudem das Halten von Haustieren möglich und ein zentraler Marktplatz mit Geschäften sorgte für ein reges Dorfleben. 

Der Plan ging auf: Hatte die dörfliche Gemeinde Hervest einst ca. 980 Einwohner, stieg die Einwohnerzahl bis 1920 auf 6.110 an. Nachdem die Siedlung 1984 aufwändig saniert wurde ohne das ursprüngliche Erscheinungsbild zu zerstören, befinden sich die Häuser heute durchweg in Privatbesitz. Auch ist die einst isolierte Zechensiedlung längst an die älteren Siedlungsgebiete herangewachsen.

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